Kreuz und Quer

Auf meiner Karte habe ich gestern so viele Kreuze und Kreise gekrizelt, dass ich jetzt gar nicht mehr weiss, wo ich anfangen soll. Na ja, einfach der Nase nach. Auf den Bus konnte ich ja verzichten, da wegen den vielen Baustellen nur Stau auf den Strassen war und ich schneller zu Fuss voran kam, was auch meiner Fitness zu Gute kommt.

Als erstes ging ich aus der Talbot Street, wo sich mein Hotel befand, in Richtung  O’Connell Street und dann nach Süden in die D’Olier Street. Da habe ich ein Bauwerk gefunden mit dem Namen, wie könnte es ander sein, D’Olier Chambers, dass zwar aus Backsteinen besteht, aber statt das gewohnten dunkelbraun leuchtet es gelb. Na eine Idee warum es so aussieht? Der Grund für die Gelbfärbung ist der Anteil des gelben Sandes. Schade das die Baustelle mein Foto etwas verunstaltet, aber im Moment wird im Stadtkern überall gebaut.

Als nächstes zur College Street, wo ich unbewusst ein paar Leuten nachgelaufen bin. Und siehe da, stand ich am Eingang zum Trinity College und ohne gross nachzudenken kaufte ich ein Ticket. Die Führung beginnt in 2 Minuten, wurde erklärt.  Erst als ich da stand und auf den Beginn der Führung wartete, wurde mir klar, dass hier was nicht mit rechten Dingen zugeht. Ich hatte hier doch gar kein Kreuz auf meiner Karte.

Die junge Dame, die uns die Geschichte des College näher brachte, hatte es nicht einfach. Offensichtlich war heute Rasenmäher-Tag. Mit erhöhter Aufmerksamkeit gelange es mir aber doch das ganze in diesem English zu Verstehen. Unsere Führung brachte uns auch zum Glockenturm, der im Zentrum des Eingang-Areals stand. Während den Ausführungen, warum und wozu die Glocken geläutet wurden, geschah was völlig unerwartetes.

Plötzlich lief es mir kalt den Rücken herunter und ich wurde tief in mir mit dem Gefühl berührt; Ich war schon mal hier! Jetzt wurde mir auch klar, warum sich alles so ergeben hat. Es dreht sich um eine bestimmte Erkenntnis und was damit zusammenhängt. Aber das ist eine andere, alte Geschichte …

Weiter entlang der Nassau Street und Clare Street zum Marrion Square. In einer Ecke vom Park hat sich Oscar Wilde auf einem grossen Stein niedergelassen. Mein Erlebnis am Glockenturm liess mich ganz vergessen, dass ich doch noch ein Foto von ihm schiessen könnte.

Die Marrion Street entlang, durch die Marrion Row zum St. Stephren Green. Hier gönnte ich mir eine kleine Pause im grünen Park mit zwei kleinen Seen. So rumlaufen geht halt doch schon in die Beine und der Asphalt ist ja auch nicht die beste Grundlage. Schon gut habe ich mir noch die leichten Trekking Schuhe besorgt.

In der King Street South steuerte ich ins das Einkaufszentrum, nein nicht um meine Fereinsouveniers zu kaufen, sondern weil mir die Architektur aus Stahl gefallen hat. Der Maschinenbau-Ingenieur in mir lässt grüssen. Wieder draussen zug mich eine Musik auch gleich noch zu  einer Vorführung von River Dance in der Einkaufsstrasse. Es ist schon toll und faszinierend zuzuschauen, wie diese „Artisten“ ihr Tanzbein schwingen.

Natürlich konnte ich es nicht sein lassen und der St. Patrick’s Cathedral, schon des Namens wegen, ein Besuch abzustatten. schliesslich gibt es nicht viele, deren Namen in einer solchen Verbingung gebraucht wird, und dann noch mit „St.“ davor. Das Bauwerk ist eindrücklich alt, so wie auch die Geschichten darum.

Die St. Patrick Street hinauf, wie könnte es ander sein, zur Christ Church Cathedral. Irgendwie kann ich nachvolziehen, dass die Menschen eine gewisse Ehrfurcht vor solchen Gebäuden hatten. Imposant sind sie auf jeden Fall. Mit diesem Rundgang hatte ich für heute genug „Steinhaufen“ gesehen und mir bleibt nur noch eins. Ab auf ein Guinnes in das Gebiet Temple Bar.

Nach 7 Stunden kreuz und quer durch Dublin war ich froh, keine weiteren Markierungen auf meiner Karte zu haben.


„Kreuzzug“ durch die Zeiten der Geschichte.

Willkommen in Dublin

Die Nacht war relativ schnell vorbei, um 5:00 Uhr ist es schon hell, und die Möwen veranstalteten auch schon ihre Morgendebatte. Was für Geräusche die machen, das glaubt man kaum. Mir ist jetzt auch aufgefallen, dass zwischen dem Bettende und der Wand nur die geräumige Breite von 30 cm vorhanden ist. Na zum Glück war es nur ein Einzelzimmer, zu zweit wäre es eine Herausforderung oder zu neudeutsch „Challange“ geworden.

Und die Dusche erst, klein aber mein, oder so. Einseifen ohne die Ellbogen anzuschlagen oder versehentlich das Kaltwasser einzustellen, eine grosse Kunst. Na ja, aber sauber ist es, das kann ich bestätigen.

Zuweilen sind es unsere Vorstellungen, die die Dinge so werden lassen wie wir sie erleben.

Am Frühstück gab es nichts auszusetzen, aber auf die Bohnen und die smarten  Würstchen konnte ich verzichten. Ich stärkte mich dagegen mit einem Müsli und Früchten. Als Proviant für die  Stadtbesichtigung sind eine Banane und ein Apfel in meinem Rucksack verschwunden. An der Rezeption noch kurz einen Stadtplan eingepackt und los.

Wie schon erprobt ist es meine beste Variante die „Hop on – Hop off“ Busse zum auskundschaften der Stadt zu nehmen. Und was für ein Zufall, die Buse waren grün. Die erste Tour ging zu den Dockland und die zweite Tour durch die City.

Es ist immer wieder eine Freude zu erleben, wenn der Busfahrer mit Humor und Stolz die alten Geschichten der einzelnen Sehenswürdigkeiten zum Besten gibt. Unser Busfahrer konnte sogar mit passenden alten irische Volkslieder zur den Sehenswürdigkeit aufwarten. Als er uns aber auch noch zum Mitsingen  aufforderte, musste ich das Handtuch werfen.

Auf der Tour markiere ich die für mich interessanten Orte auf der Karte, damit ich sie am nächsten Tag wiederfinde und in aller Ruhe besichtigen kann.

Zum Schluss der Tour landete ich beim „Auld Dubliner“, wo ich selbstverständlich ein Guinness zur Brust nahm. Ach ja, ein Musiker sorgte dafür, dass das Ganze auch mit entsprechender irischer Atmosphäre untermalt wurde.

Zurück zum Hotel, noch ein wenig TV um sich an diese Sprache zu gewöhnen und das war’s. Gute Nacht …


Kleinikeiten auf dem Weg durch die Gassen von heute.

Endlich soweit!

Es ist schon eine ganze Weile her, seit den letzten Ferien – und ich meine wirklich Ferien. Wenn ich so nachdenke, dann sind es schon mehr als 8 Jahre her. Endlich wieder Mal das tun was mir Spass macht, in den Tag hineinleben und einfach alles, was so Alltag ist, beiseite zu schieben. Da werden auch ein paar ungeduldige E-Mails warten müssen bis die Zeit ihrer Beantwortung gekommen ist.

Das Packen ist schnell erledigt, habe da ja noch die Erfahrung aus der Zeit meiner Weltreise, und siehe da, mein Rucksack bringt genau 20 kg auf die Waage. Noch die letzten E-Mails checken, kurze Überprüfung ob alles dabei ist und ab in den Zug zum Flughafen. Nebenbei erwähnt, ich bin noch selten so locker losgezogen. Ich hoffe es bleibt so.

ich gönne mir immer genug Zeit für das Prozedere des Abfliegens. Es ist schon fast zu einem Ritual geworden, den Start meiner Reise mit einem Prosecco oder einem Bier zu beginnen. Dieses Mal war es das Bier, genau genommen ein Weizenbier, und ich vermute, das Letzte für die nächsten 36 Tage.

Eine Premiere ist der Flug mit Aer Lingus, der irischen Fluggesellschaft. eigentlich kenne ich ja die Sicherheitsdemonstrationen der Luftfahrtgesellschaften schon in und auswendig, aber dieses Mal habe ich kein Wort verstanden. Ich dacht die Iren reden doch auch englisch, oder täusche ich mich. Es Klang so wie ein spezieller Dialekt, den ich aus New Zealand kenne.  Na ja, das kann lustig werden.

Da ich einen Abendflug bekommen habe, war die Zeit meiner Ankunft auch dementsprechend fortgeschritten. In meinem Hotel „Dublin Center Inn“ angekommen (00:54 Uhr) liess ich mich nur noch ins Bett fallen um in das Land der irischen Träume einzutauchen. Auspacken und das Zimmer begutachten kann ich auch noch am nächsten Morgen. Was mir nicht aufgefallen war, die Grösse des Zimmers …