Gestern Abend hat sich wieder ein neuer Besuch bei mir im Zimmer eingefunden. Christoph aus Neumarkt in der Oberpfalz. Er sah ein bisschen mitgenommen aus, und der Grund war, dass er den letzten Tag so mehr oder Weniger im Zelt verbracht hat. Weil, und wie kann es anders sein, er sich auf dem Dingle-Way befindet. Ich glaube fast, es ist das Dingle-Way Fieber ausgebrochen. Na ja, hoffentlich ist es nicht ansteckend.
Fürs Nachtessen gingen wir heute zu Sammys Restaurant, da unsere Küche vom The Strand seinen freien Tag hatte. Zugegeben, es ist eine angenehme Abwechslung beim Essen Gesellschaft zu haben und unser Gesprächsstoff war sehr interessant. Da das Wetter für morgen nicht besser aussah, bot ich Christoph an, ihn auf meinem Weg ein Stück mitzunehmen.
Nach dem Frühstück ging’s es los und er nutzte die Mitfahrgelegenheit bis Annascaul, wo der Dingle-Way nicht mehr so matschig war. Ich fuhr weiter nach Tralee und weil es immer noch Regnete, beschloss ich das Museum zu besuchen. Thema: der irische Unabhängigkeit Krieg gegen die Briten. Die ganze Ausstellung war sehr gut Aufgebaut und liess so ein Thema leicht an den Besucher bringen, natürlich wieder mit Multimedia.
Weiter auf dem WAW in Richtung Ballybunion, so dachte ich es wenigstens. Aber als längere Zeit keine Zeichen mehr am Strassenrand auftauchten, wusste ich, dass ich irgendwo, ich gebe mal dem Regen oder dem Wind die Schuld, die Abzweigung verpasst habe. Schön blöd, oder?
Na ja, zum Glück bin ich alleine unterwegs, so gibt es jetzt keine Diskussionen über das Warum, Wieso und Überhaupt. Mir kamen da ein paar Erinnerungen aus alten Zeiten in den Sinn. Also, da ich es mir hier zu einem Prinzip gemacht habe werde ich nicht zurückfahren und die Abzweigung suchen. Ich verlasse mich jetzt, wie die Zugvögel, auf meinen inneren Kompass und schaue wohin das mich führt. Et voilà, ich bin in Ballybunion.
Hast du mal die Zeichen auf deinem Weg verloren, dann vertraue deinem „inneren Kompass“, er führt dich immer an den richtigen Ort.
Zeit für, klar, Cappuccino und einen Apfelkuchen, der mich aus der Auslage anlacht. Harald wäre sicher begeistert gewesen. Im Moment überlege ich mir, wie es weitergehen soll, denn bei diesem Wetter an der Küste zu übernachten ist wie bei Schneesturm in einer Alphütte fest zu sitzen. Also sehr uncool.
Zur Abwechslung bin ich mal mit einer Ferry unterwegs, von Tabert nach Killimer. Wie ihr seht, konnte auf Grund einer Panne die Fähre nicht ganz ans Land fahren, blöd gell! Oder habe ich einfach zu früh abgedrückt?
Ich entschloss mich meine Strategie zu ändern und mir gleich 3 Nächte in einem Hostel in Ennis zu buchen. So kann ich die nächsten Tage immer wieder ein Stück des WAW entlangfahren, also so was sie Sternförmige Tagesausflüge.
Gesagt – getan und nun sitze ich bei einem Glas Wein und schreibe diesen Text. Santé.