3 Boys from Germany

Als ich gestern so nichts Böses ahnend in meine Koje lag, wurde es plötzlich sehr bussy in meinem Zimmer. Drei durchnässte und triefende Gestalten standen da und versuchten ihre Habseligkeiten zu ordnen und zum Trocknen an die doch wenig vorhandenen Hacken aufzuhängen. Im Nu war alles belegt und für die Nacht vorbereitet. Dem Wetter fast zum Trotz nahmen sie aber alles mit einer Ruhe und Gelassenheit, dass sie meine heimliche Bewunderung verdienten.

Im Gespräch erfuhr ich, dass sie für dieses Jahr beschlossen haben, den Dingle-Way zu machen. Ganz schön taff bei diesem Wetter. Ich habe mir diesen Dingle-Way auch schon auf der Karte angeschaut, aber beschloss dieses Mal wohlwollend darauf zu verzichten.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück haben wir uns noch unterhalten und ihr dürft 3-mal raten worum es unter anderem auch ging. Ich hoffe sie haben noch viel Spass auf ihrem weiteren Weg, auch wenn das Wetter nicht so mit spielt.

Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unpassende Ausrüstung, gell?

Am späteren Vormittag versuchte ich die Sonne in Dingle zu finden. Und siehe da, die Sonne war da und mit ihr –  gefühlte tausend Touristen und ihre platzversperrenden Autos. Na ja, so wurde es halt eine Rundreise vom The Strand und zurück.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit meiner „Pflichtlektüre“, die Autobiographie eines Yogis. Der Inhalt war so spannend, so dass ich das Buch kaum mehr weglegen könnte. Ich habe beschlossen, bis zum Ende dieser Reise auch das Buch durchgelesen zu haben, damit ich einen Punkt, von meiner hier erstellten Liste „in den nächsten 6 Monaten werde ich …“, abkacken kann.

Am Abend, als ich auf den Strand und das Meer herunterblickte, habe ich mich gefragt, ob die 3 Boys aus Germany ihr Tagesziel wohl erreicht haben und nun vielleicht trocken in ihrem Zelt sitzen, oder schon in einer Bar mit einem Guinness? Ich wünsche ihnen es auf jeden Fall und  dass ihr Vorhaben gelingen möge.

 

Trittst im Morgenrot …

The Strand, so heisst das Hostel-Hotel, liegt an einem super Sandstrand und meine 2 Tage hier wären optimal zum geniessen gewesen. Aber leider macht das Wetter einen dicken Strich durch meine Rechnung. Also nichts mit Aussichtspunkte besuchen und so.

Ich habe entschlossen nach Killarney zu fahren um mich ein bisschen umzuschauen und nach dem Besuch der Saint Mary’s Cathedral, die übrigens sehr schöne „bunte“ Scheiben hat, war Cappuccino mit Kuchen angesagt. Zurück im The Strand widmete ich mich dem Wesentlichen wieder zu, einfach zu „Sein“.

Am späteren Abend, es ist ja der 1. August, habe ich mich hier oben mit ein paar Kameraden getroffen und diesen denkwürdigen Augenblick in einem Akt der Ehrfurcht verbracht. Aber seht und hört selbst.

So schööööönnn, gell?

„No Vacancies“

An diesem Morgen musste ich zwei Mal hinschauen, ein helles Licht schimmerte durch die Vorhänge. Nein, ich kann euch beruhigen, die Ufos sind nicht in Irland gelandet, obwohl einiges hier mir sehr strange vorkommt. Die Sonne mit ihrer vollen Pracht kündigt den Tag an. Nichts wie zum Breakfast und dann ab ins Auto.

Heute stand auf dem Programm „Ring of Kerry“. Na ja, zuerst dachte ich es wäre so ein Kreis aus Steinen, aber weit gefehlt. Es ist wohl der bekannteste Abschnitt des WAW, und der meist befahrende dazu. Hier sind mir die ersten Coachs begegnet. Man sind die breit.

Zuerst wieder ein paar Aussichtspunkte mit den tollen Blicken auf das weite Land, jetzt auch mit blauem Himmel verfügbar. Der Höhepunkt wird meine nächste Station sein, die Kerry Cliff’s. Ein kleiner Fussmarsch und dann lässt sich der Ausblick geniessen. Sehr eindrucksvoll und vor allem hoch, als wäre hier ein Teil von Irland abgebrochen. Jedenfalls ein guter Ort um die schöne kräftige Energie aufzusaugen.

Auf der Valentina Island hat mich dann die „Wanderlust“ gepackt. Statt mit dem Auto zur Aussicht hochzufahren, beschloss ich den Weg zu Fuss hinter mir zu bringen. Hat sich wirklich gelohnt, super Blick aufs Land, mit Kühen und Schafe, so wie wir sie aus der Werbung kennen, es gibt sie wirklich. Für die Eiligen hat es an jeder Ecke einen Parkplatz, aber die hätten dann das eine oder andere nicht bemerkt.

Wie schnell doch die Zeit vergeht, nach 1½ Stunden war ich wieder zurück auf dem Parkplatz, doch bevor es weiter geht will ich unbedingt so ein Ding, dass das Girl im Tickethäuschen in der Hand hielt. Ein Magnum, das musste jetzt sein. Ach ja, woran erkennt man einheimische Autos?

Die Zeit war schon fortgeschritten und ich konzentrierte einen Platz zum Übernachten zu suchen. Normaler weise sind die B&B Schilder überall zu finden, aber hier scheinen sie nicht zu existieren. Also fuhr ich einfach weiter der Nase nach, dann das erste Schild mit dem Vermerk „No Vacancies“. Dann noch eins „No Vacancies“ und noch eins „No Vacancies“ und es wollte nicht mehr aufhören. Was ist hier eigentlich los? AHA – Bank Holiday. Schlussendlich landete ich in Dingle wo ich im jetzigen Zeitpunkt gar nicht hin wollte und fand nach einiger Zeit ein Zimmer.

Die Dame wollte es mir zuerst nicht geben, da es ein Doppelzimmer sei und sicher zu teuer für mich. Wie kommt sie nur auf diese Idee, habe doch am Morgen Geduscht, frische Klamotten angezogen und schaute doch recht smart aus. Na ja, vielleicht sah ich doch ein wenig, von der Sucherei, mitgenommen aus. Aber es ist schon so, auch alleine unterwegs, brauchst du meistens ein Doppelzimmer, ausser bei den Hostel, da gibt es ja die bekannten Mehrbettzimmer.

Mit einem Lächeln und „not Problem“ bekam ich das Zimmer und war froh nach den ausgedehnten Wanderungen eine Dusche zu nehmen. Die kleine Tour durch Dingle und ein Nachtessen beendeten für mich den heutigen Tag.


Wenn die Sonne scheint