Als ich gestern so nichts Böses ahnend in meine Koje lag, wurde es plötzlich sehr bussy in meinem Zimmer. Drei durchnässte und triefende Gestalten standen da und versuchten ihre Habseligkeiten zu ordnen und zum Trocknen an die doch wenig vorhandenen Hacken aufzuhängen. Im Nu war alles belegt und für die Nacht vorbereitet. Dem Wetter fast zum Trotz nahmen sie aber alles mit einer Ruhe und Gelassenheit, dass sie meine heimliche Bewunderung verdienten.
Im Gespräch erfuhr ich, dass sie für dieses Jahr beschlossen haben, den Dingle-Way zu machen. Ganz schön taff bei diesem Wetter. Ich habe mir diesen Dingle-Way auch schon auf der Karte angeschaut, aber beschloss dieses Mal wohlwollend darauf zu verzichten.
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück haben wir uns noch unterhalten und ihr dürft 3-mal raten worum es unter anderem auch ging. Ich hoffe sie haben noch viel Spass auf ihrem weiteren Weg, auch wenn das Wetter nicht so mit spielt.
Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unpassende Ausrüstung, gell?
Am späteren Vormittag versuchte ich die Sonne in Dingle zu finden. Und siehe da, die Sonne war da und mit ihr – gefühlte tausend Touristen und ihre platzversperrenden Autos. Na ja, so wurde es halt eine Rundreise vom The Strand und zurück.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit meiner „Pflichtlektüre“, die Autobiographie eines Yogis. Der Inhalt war so spannend, so dass ich das Buch kaum mehr weglegen könnte. Ich habe beschlossen, bis zum Ende dieser Reise auch das Buch durchgelesen zu haben, damit ich einen Punkt, von meiner hier erstellten Liste „in den nächsten 6 Monaten werde ich …“, abkacken kann.
Am Abend, als ich auf den Strand und das Meer herunterblickte, habe ich mich gefragt, ob die 3 Boys aus Germany ihr Tagesziel wohl erreicht haben und nun vielleicht trocken in ihrem Zelt sitzen, oder schon in einer Bar mit einem Guinness? Ich wünsche ihnen es auf jeden Fall und dass ihr Vorhaben gelingen möge.