Eine Art der Beförderung!

Heute habe ich mich erst mal bei meinem Reisebüro erkundigt, was bezüglich meinem „Bang“ zu tun ist und nach einem Telefon beim Car Vermieter was alles klar. Im Handschuhfach ist eine Kamera und ich soll einfach ein paar Aufnahmen von meinem Missgeschick machen. Das Ganze kann ich dann am Flughafen bei der Fahrzeugabgabe einfach mitgeben.

Der nette Herr wollte noch wissen, ob ich eventuell eine anderes Fahrzeug habe möchte. Lieber nicht, dachte ich mir, dann zwei Dellen am gleichen Fahrzeug sich nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung eher selten.

Alles Gepäck wieder verstaut und los Richtung Dursey Island. Die Sonne ist heute auf unserer Seite und so lässt sich auch die Auffahrt noch besser geniessen. Da ich nur mit einer groben Strassenkarte von dem WAW unterwegs bin, weiss ich nie genau was mich bei den Sehenswürdigkeiten erwartet. Eine Überraschung wird es auf  jeden Fall.

Übrigens, bei Dursey Island gibt es zwei Varianten um auf die Insel zu kommen. Die Erste, klar mit dem Schiff und die Zweite durch die Luft. Die Touristen, die diese Variante wählen, werden mit einer Kanone ans andere Ufer geschossen. Leider schafft es aber der eine oder andere nicht ganz und muss den Rest der Strecke noch schwimmen. Blöd, gell!

Also, das mit der Luft stimmt wohl, aber statt mit einer Kanone werden die Touristen mit einer Art Luftseilbahn ans andere Ufer gebracht. Ich konnte den Hersteller leider nicht ermitteln, und so beschloss ich das Ganze aus der Ferne zu betrachten. Nach dieser aufregenden Geschichte genehmigte ich mir ein Cappuccino in Allihies mit einer wundervollen Aussicht in die Berge.

Weitere Aussichtspunkte folgten und später an einem stillen Hafen abseits der WAW beschloss ich mal wieder mal ein Mittagessen zu mir zu nahmen. Na ja, Mittagesse ist übertrieben, war es doch eher ein z’Vieri. Und wie es sich gehört, mit Fisch. Da es in der Nähe meiner B&B nicht unbedingt auch immer ein Lokal gibt, wo Mann essen kann, überfällt mich am Abend so nicht gleich der Hunger.

Und dieses Mal sollte ich recht behalten, mein B&B Hillside Haven lag wirklich im nirgendwo, hatte aber ein super Zimmer für mich, das letzte übrigens. „I’m a lucky Boy“.


Dies und Das

 

 

Sometimes You Need a Bang

Das Wetter ist heute nicht besonders aufregend, wieder tiefliegende Woklen und Nieselregen. Meine Fahrt geht weiter auf dem Wild Atlantic Way. Da es mir nun zu bunt wird das Ganze immer wieder auszuschreiben, heisst es ab jetzt WAW. 

Mein nächster „Discovery Point“, so nennen sie es auf der Karte, ist Toe Head Bay. Na dann schauen wir mal, was es hier zu entdecken gibt. Am besagten Wegweiser abgebogen, wurde die Strasse immer enger und enger, bis wirklich nur noch eine Autobreite platz fand – Gegenverkehr unmöglich! Zu gutem Schluss stand noch ein LKW einer Baufirma im Weg, der stecken geblieben ist. Na ja, das fängt ja schon mal gut an.

Als die Arbeiter aber mich sahen, gings flott und ein Bagger zog den LKW den Hang hinauf. In der Zwischenzeit unterhielt ich mich mit einem Einwohner von Toe Head, der mir genau erläuterte was das für eine Gegent ist – und schon wieder was gelern.

Übrigens die Strassenränder sind hier meist bewachsen und tarnen die dahinter liegende Steinmauer oder den Holzzaun. Dazu später mehr.

Bis zum Mizen Head, was mein heutiges Hauptziel ist, habe ich so bei einigen kleinen Sehenswürdigkeiten stopp gemacht. Die „Habour’s“ an der Küste habe ich bewusst ausgelassen, da Häfen, wenn es regnet, irgendwie keinen Spass machen.

Am Mizen Haed angekommen begrüsste mich und auch alle anderen Besucher der schönste Sonnensein. Mindestens einer der Reisenden hier muss wohl ein Engel sein. Die 200 m hohen Klippen und die Brandung sind schon imposant und nehmen einem fast den Atem beim runter schauen, da kann auch der südwestlichste Zipfel daran nichts ändern. Allerdings wird bei der Besichtigung deine Fitness getestet, es hat sehr viele Stufen. Als ich, ein bisschen aus der Puste gekommen, ins Auto stieg und weiter fuhr, verschwand die Sonne wieder hinter den Wolken. Blöd gell?

Wieder Nieselregen und tiefhängende Wolken, aber plötzlich dämmerte es mir, darum ist das Grass ja auch so Grün.

Lust auf ein Cappuccino? Klar – und so konnte ich gleich einen Parkplatz beim Lokal übernehmen, passt ja super. Nach kurzer Zeit ging es weiter nach Ahakista – tönt wie Krishna – und der Gegenverkehr hat jetzt zugenommen. Also immer langsam und links fahren, sonst „küssen“ sich die Spiegel. Aber einige, dass müssen Einheimische sein, brettern einfach durch.

Und was habe ich euch über die Strassenränder erzählt? Genau – eine kleine Unachtsamkeit und zuviel links und *bang* –  dann durchatmen, von 10 langsam runterzählen und noch ein grosses AHA! dazu. – Na ja, „shit happens“! Mein vorderer linker Kotflügel sah jetzt nicht mehr ganz so fabrikneu aus. Ausser dass ich mich jetzt ein bisschen nervte, ist nichts passiert. Ich werde mich morgen darum kümmern, was in solchen Fällen zu tun ist.

Manchmal braucht es ein „Bang“ und ein „Bump“, damit sich die Aufmerksamkeit wieder ausrichten kann.

Für den Abend habe ich wieder ein nettes B&B Carraig Dubh House in Glengarriff gefunden. Mein Versuch, mittels einer Wundsalbe die „Verletzung“ wieder zu heilen schlug jämmerlich fehl, komisch, in einer Werbung geht das doch, oder habe ich da was falsch verstanden.

Na gut, meine Salbe heisst „Vollkaskoversicherung“, Problem gelöst!


Auf der Fahrt zum Mizen Head

Bethel Guest House

IMG_0471Also, ich kann euch sagen, das ist das Beste bis jetzt, was mir zugefallen ist. Mein Zimmer hatte Meerblick, fliessend warmes und natürlich auch kaltes Wasser und ist wie der Rest des Hauses sehr schön und liebevoll eingerichtet, jedes Detail an seinem richtigen Platz.

Das Badezimmer verdient seinen Namen als Zimmer, denn es war sicher so gross wie mein Schlafzimmer und hatte eine super Dusche.

Jim und Margaret haben dafür gesorgt, dass es mir an nichts fehlt und ich hatte wirklich das Gefühl willkommen zu sein. Und das Frühstück erst, vielseitig mit allem was ich mir wünschte und den Apfel musste ich nicht mal selber aufschneiden.

Also, wenn ihr hier mal in der Gegens sind, dann kann ich das Bethel Guest House nur empfehlen.

The Pink Elephant

Die gestrige Nacht mal im Kurzdurchlauf:

  • Froh darüber, dass die „Doorbänger“ nicht mehr da sind.
  • Mit jungem Franzose, Name Christian, noch geplaudert.
  • Abgemacht, dass ich ihn nach Kinsale mitnehme.
  • Musikgehört und eingeschlafen.
  • „little elephant“, eine Dame die viel Platz braucht, stürmt herein und heraus, mehrfaches *bäng*.
  • aus der Traum.

Na ja, ich tue den Elefanten wohl unrecht, werde aber es wieder gutmachen.

Am Morgen sin Christian und ich nach Kinsale gefahren, juhu jetzt habe ich einen Navigator und musste nicht mehr der Stimmer der Frau gehorchen. Da angekommen genehmigten wir und ein Frühstück und plauderten noch ein wenig übers Reisen, die Notwendigkeit eines Smartphone’s und warum ein Haschtag eigentlich eine gute Sache wäre, wenn diese User in auch richtig gebrauchen würden. Na ja, und so vieles mehr. Es war richtig interessant und ich habe wieder ein paar persönliche Inputs erhalten.

Jeder Mensch, der mir begegnet, hat etwas für mich, einzig ich bin in der Lage es herausfinden.

Na ja, seit der letzten Nacht bin ich mir wegen „little elephant“ nicht mehr so sicher. *schmunzel*

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns und ich zog weiter in Richtung Charles Fort, einer Festung aus dem 17. Jahrhundert. Wirklich imposante Erscheinung. Und wieder eine Tour mit spannenden Infos, so macht Geschichtsunterricht Spass.

Jetzt ist es an der Zeit mich dem eigentlichen Grund, warum ich in den Süden fahren sollte, zu widmen. In Kinsale startet nämlich dem Wild Atlantik Way. Noch kurz ins Tourist Information Center die entsprechenden Unterlagen besorgen, unteranderem auch passende Karten. Und Los!

Der Wild Atlantik Way ist super ausgeschildert und hat ein eigenes Symbol. Da kann ja nichts mehr schiefgehen.

Die Fahrt durch den Süden von Irland ist einfach brillant. Das satte Grün der Landschaft und die frische Luft tun nach der Stadtphase so richtig gut. Es geht in Richtung Old Had einem frisch renovierten Turm, der einen phantastischen Ausblick aufs Meer bietet, und das fast 360°. Ein Grund hier etwas länger zu verweilen und tief durch zu atmen . Übrigens, wenn ihr ganz genau hinschaut, dann seht ihr auf dem äussersten Zipfeln ein – Golfplatz! Na ja, da braucht man viel Gefühl und den richtigen Schwung, sonst verschwimmt sich der Golfball auf nimmer wiedersehen.

Kurz vor Timoleague bemerkte ich ein Schild, das mich sofort zu einer Reaktion zwang. Kurz blinken und dann ab auf den Parkplatz. Das Restaurant heisst The Pink Elephant. Mit der Sympathie zu diesem wirklich schönen Ort, konnte ich sicher meine vielleicht nicht so wohlwollende Bezeichnung einer bestimmten Person wieder gutmachen. Und ich genehmige mir jetzt ein Lunch mit Ausblick.

Was zu der Strassenführung des Wild Atlantik Way. Der Weg benötigt alle Strassenklassen die es wahrscheinlich in Irland gibt. Mit Ausnahme der Autobahnen und Saumpfade oder wie die auch immer hier heissen. Manchmal ist das Kreuzen unmöglich und die Sicht der links und rechts herabhängenden Bäume dermassen eingeschränkt, dass Schritttempo von Vorteil wäre. Na ja, Gottvertrauen und meine Fahrkünste reichen wohl auch, oder?

So langsam halte ich Ausschau, wo ich heute übernachten kann, denn die Sonne nähert sich langsam dem Horizont. Hostels gibt es in dieser Gegend kaum, denn welcher Backpacker ist schon mit dem Auto unterwegs. Also, das erste Hotel ist ausgebucht.

Mein Gedanke; fängt ja gut an. Was macht man da am besten? Genau die Bestellung beim Universum und achtsam sein. In einer Linkskurve sah ich ganz kurz ein Schild, Bethel Guest House, hätte gepasst, aber schon vorbei, also weiter.

Ich muss euch ja nicht verraten wo ich am Schluss wieder gelandet bin. Und so verbringe ich den Abend und meine „Berichtserstattung“ in dem besagten Haus mit dem Schild und einem wundervollen Zimmer.


Impressionen vom heutigen Tag

Auf den Spuren der Titanic

Lange ausschlafen in einem Mehrbettzimmer ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Nacht war zwar nicht so turbulent wie das letzte Mal, aber ich war froh, dass es Zeit zum Aufstehen war. Dieses Mal war es die Türe, die unmöglich leise zu schliessen war. Kurze Dusche, das wichtigste für den Tag zusammengesucht und nichts wie weg, ähh, los wollte ich sagen. Ach ja, frische Wäsche nicht vergessen.

Den Weg nach Cobh bin ich ja schon einmal gefahren, also war es heute einfachen. Das Navi, nur für den Notfall eingeschaltet, oder so. Ich war relativ früh da und hatte das Glück noch ein „kleines Passagierschiff“ vor die Linse zu bekommen. Schon imposant am Quai die ganze Länge abzulaufen.

Da ich eher fluchtartig das Hostel ohne Frühstück verlassen habe, war es jetzt Zeit für ein weiteres Irish Breakfast.  Na was meint ihr, lecker? Und natürlich mit Blick auf den Hafen und das Meer. So konnte ich mir die Zeit vertreiben, denn hier geht es meistens erst ab 09:30 Uhr so richtig los. Na ja, gut zu wissen.

Am Eingang zur Ausstellung Titanic Experience wird man eingeladen, die Prozedur des „Bordings“ als einer der damaligen 123 Personen zu machen – also eine kleine Zeitreise.  Mein Name Ellen Natalie Shane. Es ist sehr beeindrukend alles so hautnah zu erleben, nicht zu vergessen, wir sind ja am Ort des Geschehens, aber über hundert Jahre später.  Also alles wird gezeigt, das Eintreffen am Hafen, der Transport zur Titanic, die vor der Küste ankerte, das Leben an Bord und natürlich auch der Untergang der Titanic. Dazu eine Dokumentation über die Auffindung der Titanic in über 2000 m Tiefe.

Übrigens Ellen Natalie Shane hat die Katastrophe überlebt, da bin ich aber wirklich froh. So konnte „ich“ als Überlebende die Ausstellung wieder verlassen. Wer weiss was sonst passiert wäre. Auf jeden Fall ist es nun Cappuccino-Time.

Nebenbei, ich weiss noch nicht was der Grund ist, dass ich ausgerechnet in Cobh oder Queenstown sollte und wie dieses eigenartige Gefühl einzuordnen ist. Na ja, ich kenne da jemanden, der mir weiterhelfen kann, aber das wird aber andere Geschichte werden…