Das Wetter ist heute nicht besonders aufregend, wieder tiefliegende Woklen und Nieselregen. Meine Fahrt geht weiter auf dem Wild Atlantic Way. Da es mir nun zu bunt wird das Ganze immer wieder auszuschreiben, heisst es ab jetzt WAW.
Mein nächster „Discovery Point“, so nennen sie es auf der Karte, ist Toe Head Bay. Na dann schauen wir mal, was es hier zu entdecken gibt. Am besagten Wegweiser abgebogen, wurde die Strasse immer enger und enger, bis wirklich nur noch eine Autobreite platz fand – Gegenverkehr unmöglich! Zu gutem Schluss stand noch ein LKW einer Baufirma im Weg, der stecken geblieben ist. Na ja, das fängt ja schon mal gut an.
Als die Arbeiter aber mich sahen, gings flott und ein Bagger zog den LKW den Hang hinauf. In der Zwischenzeit unterhielt ich mich mit einem Einwohner von Toe Head, der mir genau erläuterte was das für eine Gegent ist – und schon wieder was gelern.
Übrigens die Strassenränder sind hier meist bewachsen und tarnen die dahinter liegende Steinmauer oder den Holzzaun. Dazu später mehr.
Bis zum Mizen Head, was mein heutiges Hauptziel ist, habe ich so bei einigen kleinen Sehenswürdigkeiten stopp gemacht. Die „Habour’s“ an der Küste habe ich bewusst ausgelassen, da Häfen, wenn es regnet, irgendwie keinen Spass machen.
Am Mizen Haed angekommen begrüsste mich und auch alle anderen Besucher der schönste Sonnensein. Mindestens einer der Reisenden hier muss wohl ein Engel sein. Die 200 m hohen Klippen und die Brandung sind schon imposant und nehmen einem fast den Atem beim runter schauen, da kann auch der südwestlichste Zipfel daran nichts ändern. Allerdings wird bei der Besichtigung deine Fitness getestet, es hat sehr viele Stufen. Als ich, ein bisschen aus der Puste gekommen, ins Auto stieg und weiter fuhr, verschwand die Sonne wieder hinter den Wolken. Blöd gell?
Wieder Nieselregen und tiefhängende Wolken, aber plötzlich dämmerte es mir, darum ist das Grass ja auch so Grün.
Lust auf ein Cappuccino? Klar – und so konnte ich gleich einen Parkplatz beim Lokal übernehmen, passt ja super. Nach kurzer Zeit ging es weiter nach Ahakista – tönt wie Krishna – und der Gegenverkehr hat jetzt zugenommen. Also immer langsam und links fahren, sonst „küssen“ sich die Spiegel. Aber einige, dass müssen Einheimische sein, brettern einfach durch.
Und was habe ich euch über die Strassenränder erzählt? Genau – eine kleine Unachtsamkeit und zuviel links und *bang* – dann durchatmen, von 10 langsam runterzählen und noch ein grosses AHA! dazu. – Na ja, „shit happens“! Mein vorderer linker Kotflügel sah jetzt nicht mehr ganz so fabrikneu aus. Ausser dass ich mich jetzt ein bisschen nervte, ist nichts passiert. Ich werde mich morgen darum kümmern, was in solchen Fällen zu tun ist.
Manchmal braucht es ein „Bang“ und ein „Bump“, damit sich die Aufmerksamkeit wieder ausrichten kann.
Für den Abend habe ich wieder ein nettes B&B Carraig Dubh House in Glengarriff gefunden. Mein Versuch, mittels einer Wundsalbe die „Verletzung“ wieder zu heilen schlug jämmerlich fehl, komisch, in einer Werbung geht das doch, oder habe ich da was falsch verstanden.
Na gut, meine Salbe heisst „Vollkaskoversicherung“, Problem gelöst!
Auf der Fahrt zum Mizen Head