Ade – WAW

Heute ist es mein letzter Tag auf dem WAW und ich geniesse diesen super Tagesbeginn, denn die Sonne ist voll da. Irgendwie scheint sie „early birds“ zu mögen. Ich fahre in Richtung Burren National Park, halte einem schönen See und geniesse die volle Ruhe und die schöne Aussicht.

Der nächste Halt ist im Coole Nature Reserve. Name sagt ja schon, was ich hier vorfinde. Ich gönne mir einen ausgeweiteten Spaziergang durch diesen Park mit seinen vielen Bäumen und den dunklen Stellen, da wohnt wahrscheinlich das irische Rumpelstilzchen. Auf jeden Fall würde ich nachts hier sicher nicht alleine durchgehen, wenn ihr wisst was ich meine. Schliesslich soll Irland jegliche Arten von Natur- und Geistwesen haben, die, wenn man den Zeichnungen glauben darf, für uns ziemlich eigenartig aussehen könnten. Spater wieder mal die fast schon obligatorische Verpflegung.

Zum Abschluss meiner 9 tägigen Reise auf den WAW und für diejenigen die es vergessen haben, den Wild Atlantic Way, bin ich in Calway angekommen, wo ich für zwei Nächte auf dem Corrib Village nahe dem Universitätsgelände übernachten kann. Ist eine prima Sache und ich fühle mich fast wieder in meine Studienzeit zurückversetzt.

Am Nachmittag zu Fuss in die Stadt, und da ja so eine Universität erstens sehr gross ist und zweitens nach im Zentrum liegt, bin ich eine gute ½ Stunde unterwegs. Und da heute Samstag ist, tummelte sich allerhand auf den Strassen und Gassen. Was zu Futtern gab es im PureRawEating, was auch noch sehr gesund aussah, das Essen meinte ich, nicht die Bedienung.

Auffallend sind die vielen Strassenmusiker und Kunstler, die fast an jeder Ecke ihr Bestes geben. Darunter war auch eine Street Band die sehr zusamengewürfelt aussah. Und staune, da war auch ein Sax dabei. Klang alles sehr gut und ich denke, das hätte ich auch noch hinbekommen, also das mit dem Sax.

Bin gespannt, wenn die RBB ihren ersten Strassenauftritt hat und ob wir dann auch so viel Applaus bekommen. Wir sind zwar noch nicht so locker drauf, noch nicht, haben aber das bessere Licht. Auf jeden Fall vermisse ich das Spielen und hoffentlich habe ich nicht alles vergessen, na ja, wir werden Sehen (hören).


Die letzten Bilder vom Wild Atlanice Way

 

Plötzlich wird’s dunkel …

Schon früh am Morgen klopfte die Sonne ans Fenster und wollte sagen, jetzt aber raus. Also nichts wie aus den Federn, ganz leise natürlich, da die anderen 17 sicher noch schlafen. Kurzes Frühstück und ab auf die Strasse in Richtung Lehinch um den WAW wieder aufzunehmen. Mein erster Halt, die Sonne möchte auf ein Foto, ist Clahane. So ein Wetter hatte ich die letzten 10 Tage nicht mehr und hoffentlich bleibt sie noch ein Weilchen.

Die Cliffs of Moher konnten nicht mehr weit sein, den ein grosser Parkplatz mit mehreren Tickethäuschen machten sich am Horizont bemerkbar. Da es aber noch nicht 9:00 Uhr war, wollte niemand die 6 € Ticketgebühren von mir. Na ja, mir soll es recht sein. Die Besichtigung mit hochsteigen, rumlaufen, fotografieren und den langsam eintreffenden Touristenmassen aus dem Weg zu gehen, brauchte mehr als 1 Stunde. Natürlich das Visitor Center nicht vergessen.

Weiter nach Doolin, und da ich kaum ein Parkplatz am Pier fand, entschloss ich im Doolin Hostel ein, ratet mal, Cappuccino zu trinken. Irgendwie trieb das schöne Wetter die Touristen aus den Unterkünften und ob sie alles die vergangenen Tage aufholen wollten, stürmten sie umher.

Ein besonderes Erlebnis von ich nicht weit weg von Doolin. Da begab ich mich 70 Meter in den Schlund der Mutter Erde. Was uns da in Doolin Cave geboten wurde, war phänomenal. Doch der Guide machte es spannend und löschte zuerst das Licht und dann, aber seht selbst ist dieser Stalanktit nicht umwerfend?

Bei so vielen Überraschungen und Abenteuern brauchte ich wieder Mal eine kleine Zeit zur Erholung. Ich machte mir einen gemütlichen Abend im Restaurant Rowan Tree Cafe neben dem Hostel.


Some Impressions

The early bird catches …

Habe ich eigentlich schon verraten, dass ich das Zimmer mit 17 anderen Hostelbesucher teile? Na ja, dann ist der Schuss jetzt raus, aber wenn ihr jetzt meint, ach wie schrecklich oder so, dann lasst euch überraschen. Es war im Verhältnis bis jetzt die ruhigste Angelegenheit. Und wer in den Zivilschutzunterkünften in der Schweiz schon mal zu Gast war, der weiss wie es da zuweilen hergehen kann.

Nach dem Frühstück um 7:30 Uhr mache ich mich auf den Weg zum Loop Head. Im Moment noch alles grau, aber ich bin guter Dinge, dass es vielleicht besser werden kann. Nach 1½ Stunden Fahrzeit, die ersten Sonnenstrahlen und mein ersten Ziel in Sicht. Es hat nur Vorteile sich früh auf die Socken zu machen nach dem Motto „The early bird catches the worm“, ausser hier in Irland, die meisten Attraktionen machen nämlich zwischen 9:00 Uhr und 10:00 Uhr ihre Türen auf. Der Leuchtturmwärter wollte wohl heute ausschlafen, denn es wird hier erst um 10:00 Uhr geöffnet.

Das gibt mir die Möglichkeit eine Wanderung entlang der Klippen zu machen und die Morgensonne zu geniessen und wie ich sehe ist da schon Einer schneller gewesen. Aber caution, erstens ist es feucht und zweitens unüberschaubar, wo das Gras aufhört und der 80 m tiefe freie Fall beginnt. Auf jeden Fall, der Flug hätte eine atemberaubende Aussicht. Zurück vom walk begann die Führung im Leuchtturm. Also Treppen rauf, oben einmal rum und Fotos schiessen, danach Treppen wieder runter.

Wie immer bei solchen anstrengenden Aktivitäten bekomme ich Lust auf Cappuccino. Ein kleiner Geheimtipp, die kleinen Craft-Shops bieten einen erstklassigen Cappuccino und Kuchen an. Sie haben nur ein paar Tische, aber dafür besteht nicht die Gefahr, dass ein Coach plötzlich vorfährt. Nach der Stärkung weiter auf dem WAW.

Nächster Halt Kilkee Cliffs. Die Sonne meint es noch gut mit mir aber es ziehen schon wieder die nächsten Wolken auf. Auch diese sind imposant, aber caution, auch hier keine Abschreckungen und alles feucht. Weiter auf dem WAW bis Lehinch, von da geht es zurück wieder nach Ennis und einem feinen Nachtessen.


Wieder mit Sonne

Der innere Kompass

Gestern Abend hat sich wieder ein neuer Besuch bei mir im Zimmer eingefunden. Christoph aus Neumarkt in der Oberpfalz. Er sah ein bisschen mitgenommen aus, und der Grund war, dass er den letzten Tag so mehr oder Weniger im Zelt verbracht hat. Weil, und wie kann es anders sein, er sich auf dem Dingle-Way befindet. Ich glaube fast, es ist das Dingle-Way Fieber ausgebrochen. Na ja, hoffentlich ist es nicht ansteckend.

Fürs Nachtessen gingen wir heute zu Sammys Restaurant, da unsere Küche vom The Strand seinen freien Tag hatte. Zugegeben, es ist eine angenehme Abwechslung beim Essen Gesellschaft zu haben und unser Gesprächsstoff war sehr interessant. Da das Wetter für morgen nicht besser aussah, bot ich Christoph an, ihn auf meinem Weg ein Stück mitzunehmen.

Nach dem Frühstück ging’s es los und er nutzte die Mitfahrgelegenheit bis Annascaul, wo der Dingle-Way nicht mehr so matschig war. Ich fuhr weiter nach Tralee und weil es immer noch Regnete, beschloss ich das Museum zu besuchen. Thema: der irische Unabhängigkeit Krieg gegen die Briten. Die ganze Ausstellung war sehr gut Aufgebaut und liess so ein Thema leicht an den Besucher bringen, natürlich wieder mit Multimedia.

Weiter auf dem WAW in Richtung Ballybunion, so dachte ich es wenigstens. Aber als längere Zeit keine Zeichen mehr am Strassenrand auftauchten, wusste ich, dass ich irgendwo, ich gebe mal dem Regen oder dem Wind die Schuld, die Abzweigung verpasst habe. Schön blöd, oder?

Na ja, zum Glück bin ich alleine unterwegs, so gibt es jetzt keine Diskussionen über das Warum, Wieso und Überhaupt. Mir kamen da ein paar Erinnerungen aus alten Zeiten in den Sinn. Also, da ich es mir hier zu einem Prinzip gemacht habe werde ich nicht zurückfahren und die Abzweigung suchen. Ich verlasse mich jetzt, wie die Zugvögel, auf meinen inneren Kompass und schaue wohin das mich führt. Et voilà, ich bin in Ballybunion.

Hast du mal die Zeichen auf deinem Weg verloren, dann vertraue deinem „inneren Kompass“, er führt dich immer an den richtigen Ort.

Zeit für, klar, Cappuccino und einen Apfelkuchen, der mich aus der Auslage anlacht. Harald wäre sicher begeistert gewesen. Im Moment überlege ich mir, wie es weitergehen soll, denn bei diesem Wetter an der Küste zu übernachten ist wie bei Schneesturm in einer Alphütte fest zu sitzen. Also sehr uncool.

Zur Abwechslung bin ich mal mit einer Ferry unterwegs, von Tabert nach Killimer. Wie ihr seht, konnte auf Grund einer Panne die Fähre nicht ganz ans Land fahren, blöd gell! Oder habe ich einfach zu früh abgedrückt?

Ich entschloss mich meine Strategie zu ändern und mir gleich 3 Nächte in einem Hostel in Ennis zu buchen. So kann ich die nächsten Tage immer wieder ein Stück des WAW entlangfahren, also so was sie Sternförmige Tagesausflüge.

Gesagt – getan und nun sitze ich bei einem Glas Wein und schreibe diesen Text. Santé.

 

3 Boys from Germany

Als ich gestern so nichts Böses ahnend in meine Koje lag, wurde es plötzlich sehr bussy in meinem Zimmer. Drei durchnässte und triefende Gestalten standen da und versuchten ihre Habseligkeiten zu ordnen und zum Trocknen an die doch wenig vorhandenen Hacken aufzuhängen. Im Nu war alles belegt und für die Nacht vorbereitet. Dem Wetter fast zum Trotz nahmen sie aber alles mit einer Ruhe und Gelassenheit, dass sie meine heimliche Bewunderung verdienten.

Im Gespräch erfuhr ich, dass sie für dieses Jahr beschlossen haben, den Dingle-Way zu machen. Ganz schön taff bei diesem Wetter. Ich habe mir diesen Dingle-Way auch schon auf der Karte angeschaut, aber beschloss dieses Mal wohlwollend darauf zu verzichten.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück haben wir uns noch unterhalten und ihr dürft 3-mal raten worum es unter anderem auch ging. Ich hoffe sie haben noch viel Spass auf ihrem weiteren Weg, auch wenn das Wetter nicht so mit spielt.

Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unpassende Ausrüstung, gell?

Am späteren Vormittag versuchte ich die Sonne in Dingle zu finden. Und siehe da, die Sonne war da und mit ihr –  gefühlte tausend Touristen und ihre platzversperrenden Autos. Na ja, so wurde es halt eine Rundreise vom The Strand und zurück.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit meiner „Pflichtlektüre“, die Autobiographie eines Yogis. Der Inhalt war so spannend, so dass ich das Buch kaum mehr weglegen könnte. Ich habe beschlossen, bis zum Ende dieser Reise auch das Buch durchgelesen zu haben, damit ich einen Punkt, von meiner hier erstellten Liste „in den nächsten 6 Monaten werde ich …“, abkacken kann.

Am Abend, als ich auf den Strand und das Meer herunterblickte, habe ich mich gefragt, ob die 3 Boys aus Germany ihr Tagesziel wohl erreicht haben und nun vielleicht trocken in ihrem Zelt sitzen, oder schon in einer Bar mit einem Guinness? Ich wünsche ihnen es auf jeden Fall und  dass ihr Vorhaben gelingen möge.

 

Trittst im Morgenrot …

The Strand, so heisst das Hostel-Hotel, liegt an einem super Sandstrand und meine 2 Tage hier wären optimal zum geniessen gewesen. Aber leider macht das Wetter einen dicken Strich durch meine Rechnung. Also nichts mit Aussichtspunkte besuchen und so.

Ich habe entschlossen nach Killarney zu fahren um mich ein bisschen umzuschauen und nach dem Besuch der Saint Mary’s Cathedral, die übrigens sehr schöne „bunte“ Scheiben hat, war Cappuccino mit Kuchen angesagt. Zurück im The Strand widmete ich mich dem Wesentlichen wieder zu, einfach zu „Sein“.

Am späteren Abend, es ist ja der 1. August, habe ich mich hier oben mit ein paar Kameraden getroffen und diesen denkwürdigen Augenblick in einem Akt der Ehrfurcht verbracht. Aber seht und hört selbst.

So schööööönnn, gell?