„No Vacancies“

An diesem Morgen musste ich zwei Mal hinschauen, ein helles Licht schimmerte durch die Vorhänge. Nein, ich kann euch beruhigen, die Ufos sind nicht in Irland gelandet, obwohl einiges hier mir sehr strange vorkommt. Die Sonne mit ihrer vollen Pracht kündigt den Tag an. Nichts wie zum Breakfast und dann ab ins Auto.

Heute stand auf dem Programm „Ring of Kerry“. Na ja, zuerst dachte ich es wäre so ein Kreis aus Steinen, aber weit gefehlt. Es ist wohl der bekannteste Abschnitt des WAW, und der meist befahrende dazu. Hier sind mir die ersten Coachs begegnet. Man sind die breit.

Zuerst wieder ein paar Aussichtspunkte mit den tollen Blicken auf das weite Land, jetzt auch mit blauem Himmel verfügbar. Der Höhepunkt wird meine nächste Station sein, die Kerry Cliff’s. Ein kleiner Fussmarsch und dann lässt sich der Ausblick geniessen. Sehr eindrucksvoll und vor allem hoch, als wäre hier ein Teil von Irland abgebrochen. Jedenfalls ein guter Ort um die schöne kräftige Energie aufzusaugen.

Auf der Valentina Island hat mich dann die „Wanderlust“ gepackt. Statt mit dem Auto zur Aussicht hochzufahren, beschloss ich den Weg zu Fuss hinter mir zu bringen. Hat sich wirklich gelohnt, super Blick aufs Land, mit Kühen und Schafe, so wie wir sie aus der Werbung kennen, es gibt sie wirklich. Für die Eiligen hat es an jeder Ecke einen Parkplatz, aber die hätten dann das eine oder andere nicht bemerkt.

Wie schnell doch die Zeit vergeht, nach 1½ Stunden war ich wieder zurück auf dem Parkplatz, doch bevor es weiter geht will ich unbedingt so ein Ding, dass das Girl im Tickethäuschen in der Hand hielt. Ein Magnum, das musste jetzt sein. Ach ja, woran erkennt man einheimische Autos?

Die Zeit war schon fortgeschritten und ich konzentrierte einen Platz zum Übernachten zu suchen. Normaler weise sind die B&B Schilder überall zu finden, aber hier scheinen sie nicht zu existieren. Also fuhr ich einfach weiter der Nase nach, dann das erste Schild mit dem Vermerk „No Vacancies“. Dann noch eins „No Vacancies“ und noch eins „No Vacancies“ und es wollte nicht mehr aufhören. Was ist hier eigentlich los? AHA – Bank Holiday. Schlussendlich landete ich in Dingle wo ich im jetzigen Zeitpunkt gar nicht hin wollte und fand nach einiger Zeit ein Zimmer.

Die Dame wollte es mir zuerst nicht geben, da es ein Doppelzimmer sei und sicher zu teuer für mich. Wie kommt sie nur auf diese Idee, habe doch am Morgen Geduscht, frische Klamotten angezogen und schaute doch recht smart aus. Na ja, vielleicht sah ich doch ein wenig, von der Sucherei, mitgenommen aus. Aber es ist schon so, auch alleine unterwegs, brauchst du meistens ein Doppelzimmer, ausser bei den Hostel, da gibt es ja die bekannten Mehrbettzimmer.

Mit einem Lächeln und „not Problem“ bekam ich das Zimmer und war froh nach den ausgedehnten Wanderungen eine Dusche zu nehmen. Die kleine Tour durch Dingle und ein Nachtessen beendeten für mich den heutigen Tag.


Wenn die Sonne scheint

Eine Art der Beförderung!

Heute habe ich mich erst mal bei meinem Reisebüro erkundigt, was bezüglich meinem „Bang“ zu tun ist und nach einem Telefon beim Car Vermieter was alles klar. Im Handschuhfach ist eine Kamera und ich soll einfach ein paar Aufnahmen von meinem Missgeschick machen. Das Ganze kann ich dann am Flughafen bei der Fahrzeugabgabe einfach mitgeben.

Der nette Herr wollte noch wissen, ob ich eventuell eine anderes Fahrzeug habe möchte. Lieber nicht, dachte ich mir, dann zwei Dellen am gleichen Fahrzeug sich nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung eher selten.

Alles Gepäck wieder verstaut und los Richtung Dursey Island. Die Sonne ist heute auf unserer Seite und so lässt sich auch die Auffahrt noch besser geniessen. Da ich nur mit einer groben Strassenkarte von dem WAW unterwegs bin, weiss ich nie genau was mich bei den Sehenswürdigkeiten erwartet. Eine Überraschung wird es auf  jeden Fall.

Übrigens, bei Dursey Island gibt es zwei Varianten um auf die Insel zu kommen. Die Erste, klar mit dem Schiff und die Zweite durch die Luft. Die Touristen, die diese Variante wählen, werden mit einer Kanone ans andere Ufer geschossen. Leider schafft es aber der eine oder andere nicht ganz und muss den Rest der Strecke noch schwimmen. Blöd, gell!

Also, das mit der Luft stimmt wohl, aber statt mit einer Kanone werden die Touristen mit einer Art Luftseilbahn ans andere Ufer gebracht. Ich konnte den Hersteller leider nicht ermitteln, und so beschloss ich das Ganze aus der Ferne zu betrachten. Nach dieser aufregenden Geschichte genehmigte ich mir ein Cappuccino in Allihies mit einer wundervollen Aussicht in die Berge.

Weitere Aussichtspunkte folgten und später an einem stillen Hafen abseits der WAW beschloss ich mal wieder mal ein Mittagessen zu mir zu nahmen. Na ja, Mittagesse ist übertrieben, war es doch eher ein z’Vieri. Und wie es sich gehört, mit Fisch. Da es in der Nähe meiner B&B nicht unbedingt auch immer ein Lokal gibt, wo Mann essen kann, überfällt mich am Abend so nicht gleich der Hunger.

Und dieses Mal sollte ich recht behalten, mein B&B Hillside Haven lag wirklich im nirgendwo, hatte aber ein super Zimmer für mich, das letzte übrigens. „I’m a lucky Boy“.


Dies und Das

 

 

Sometimes You Need a Bang

Das Wetter ist heute nicht besonders aufregend, wieder tiefliegende Woklen und Nieselregen. Meine Fahrt geht weiter auf dem Wild Atlantic Way. Da es mir nun zu bunt wird das Ganze immer wieder auszuschreiben, heisst es ab jetzt WAW. 

Mein nächster „Discovery Point“, so nennen sie es auf der Karte, ist Toe Head Bay. Na dann schauen wir mal, was es hier zu entdecken gibt. Am besagten Wegweiser abgebogen, wurde die Strasse immer enger und enger, bis wirklich nur noch eine Autobreite platz fand – Gegenverkehr unmöglich! Zu gutem Schluss stand noch ein LKW einer Baufirma im Weg, der stecken geblieben ist. Na ja, das fängt ja schon mal gut an.

Als die Arbeiter aber mich sahen, gings flott und ein Bagger zog den LKW den Hang hinauf. In der Zwischenzeit unterhielt ich mich mit einem Einwohner von Toe Head, der mir genau erläuterte was das für eine Gegent ist – und schon wieder was gelern.

Übrigens die Strassenränder sind hier meist bewachsen und tarnen die dahinter liegende Steinmauer oder den Holzzaun. Dazu später mehr.

Bis zum Mizen Head, was mein heutiges Hauptziel ist, habe ich so bei einigen kleinen Sehenswürdigkeiten stopp gemacht. Die „Habour’s“ an der Küste habe ich bewusst ausgelassen, da Häfen, wenn es regnet, irgendwie keinen Spass machen.

Am Mizen Haed angekommen begrüsste mich und auch alle anderen Besucher der schönste Sonnensein. Mindestens einer der Reisenden hier muss wohl ein Engel sein. Die 200 m hohen Klippen und die Brandung sind schon imposant und nehmen einem fast den Atem beim runter schauen, da kann auch der südwestlichste Zipfel daran nichts ändern. Allerdings wird bei der Besichtigung deine Fitness getestet, es hat sehr viele Stufen. Als ich, ein bisschen aus der Puste gekommen, ins Auto stieg und weiter fuhr, verschwand die Sonne wieder hinter den Wolken. Blöd gell?

Wieder Nieselregen und tiefhängende Wolken, aber plötzlich dämmerte es mir, darum ist das Grass ja auch so Grün.

Lust auf ein Cappuccino? Klar – und so konnte ich gleich einen Parkplatz beim Lokal übernehmen, passt ja super. Nach kurzer Zeit ging es weiter nach Ahakista – tönt wie Krishna – und der Gegenverkehr hat jetzt zugenommen. Also immer langsam und links fahren, sonst „küssen“ sich die Spiegel. Aber einige, dass müssen Einheimische sein, brettern einfach durch.

Und was habe ich euch über die Strassenränder erzählt? Genau – eine kleine Unachtsamkeit und zuviel links und *bang* –  dann durchatmen, von 10 langsam runterzählen und noch ein grosses AHA! dazu. – Na ja, „shit happens“! Mein vorderer linker Kotflügel sah jetzt nicht mehr ganz so fabrikneu aus. Ausser dass ich mich jetzt ein bisschen nervte, ist nichts passiert. Ich werde mich morgen darum kümmern, was in solchen Fällen zu tun ist.

Manchmal braucht es ein „Bang“ und ein „Bump“, damit sich die Aufmerksamkeit wieder ausrichten kann.

Für den Abend habe ich wieder ein nettes B&B Carraig Dubh House in Glengarriff gefunden. Mein Versuch, mittels einer Wundsalbe die „Verletzung“ wieder zu heilen schlug jämmerlich fehl, komisch, in einer Werbung geht das doch, oder habe ich da was falsch verstanden.

Na gut, meine Salbe heisst „Vollkaskoversicherung“, Problem gelöst!


Auf der Fahrt zum Mizen Head

Bethel Guest House

IMG_0471Also, ich kann euch sagen, das ist das Beste bis jetzt, was mir zugefallen ist. Mein Zimmer hatte Meerblick, fliessend warmes und natürlich auch kaltes Wasser und ist wie der Rest des Hauses sehr schön und liebevoll eingerichtet, jedes Detail an seinem richtigen Platz.

Das Badezimmer verdient seinen Namen als Zimmer, denn es war sicher so gross wie mein Schlafzimmer und hatte eine super Dusche.

Jim und Margaret haben dafür gesorgt, dass es mir an nichts fehlt und ich hatte wirklich das Gefühl willkommen zu sein. Und das Frühstück erst, vielseitig mit allem was ich mir wünschte und den Apfel musste ich nicht mal selber aufschneiden.

Also, wenn ihr hier mal in der Gegens sind, dann kann ich das Bethel Guest House nur empfehlen.

The Pink Elephant

Die gestrige Nacht mal im Kurzdurchlauf:

  • Froh darüber, dass die „Doorbänger“ nicht mehr da sind.
  • Mit jungem Franzose, Name Christian, noch geplaudert.
  • Abgemacht, dass ich ihn nach Kinsale mitnehme.
  • Musikgehört und eingeschlafen.
  • „little elephant“, eine Dame die viel Platz braucht, stürmt herein und heraus, mehrfaches *bäng*.
  • aus der Traum.

Na ja, ich tue den Elefanten wohl unrecht, werde aber es wieder gutmachen.

Am Morgen sin Christian und ich nach Kinsale gefahren, juhu jetzt habe ich einen Navigator und musste nicht mehr der Stimmer der Frau gehorchen. Da angekommen genehmigten wir und ein Frühstück und plauderten noch ein wenig übers Reisen, die Notwendigkeit eines Smartphone’s und warum ein Haschtag eigentlich eine gute Sache wäre, wenn diese User in auch richtig gebrauchen würden. Na ja, und so vieles mehr. Es war richtig interessant und ich habe wieder ein paar persönliche Inputs erhalten.

Jeder Mensch, der mir begegnet, hat etwas für mich, einzig ich bin in der Lage es herausfinden.

Na ja, seit der letzten Nacht bin ich mir wegen „little elephant“ nicht mehr so sicher. *schmunzel*

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns und ich zog weiter in Richtung Charles Fort, einer Festung aus dem 17. Jahrhundert. Wirklich imposante Erscheinung. Und wieder eine Tour mit spannenden Infos, so macht Geschichtsunterricht Spass.

Jetzt ist es an der Zeit mich dem eigentlichen Grund, warum ich in den Süden fahren sollte, zu widmen. In Kinsale startet nämlich dem Wild Atlantik Way. Noch kurz ins Tourist Information Center die entsprechenden Unterlagen besorgen, unteranderem auch passende Karten. Und Los!

Der Wild Atlantik Way ist super ausgeschildert und hat ein eigenes Symbol. Da kann ja nichts mehr schiefgehen.

Die Fahrt durch den Süden von Irland ist einfach brillant. Das satte Grün der Landschaft und die frische Luft tun nach der Stadtphase so richtig gut. Es geht in Richtung Old Had einem frisch renovierten Turm, der einen phantastischen Ausblick aufs Meer bietet, und das fast 360°. Ein Grund hier etwas länger zu verweilen und tief durch zu atmen . Übrigens, wenn ihr ganz genau hinschaut, dann seht ihr auf dem äussersten Zipfeln ein – Golfplatz! Na ja, da braucht man viel Gefühl und den richtigen Schwung, sonst verschwimmt sich der Golfball auf nimmer wiedersehen.

Kurz vor Timoleague bemerkte ich ein Schild, das mich sofort zu einer Reaktion zwang. Kurz blinken und dann ab auf den Parkplatz. Das Restaurant heisst The Pink Elephant. Mit der Sympathie zu diesem wirklich schönen Ort, konnte ich sicher meine vielleicht nicht so wohlwollende Bezeichnung einer bestimmten Person wieder gutmachen. Und ich genehmige mir jetzt ein Lunch mit Ausblick.

Was zu der Strassenführung des Wild Atlantik Way. Der Weg benötigt alle Strassenklassen die es wahrscheinlich in Irland gibt. Mit Ausnahme der Autobahnen und Saumpfade oder wie die auch immer hier heissen. Manchmal ist das Kreuzen unmöglich und die Sicht der links und rechts herabhängenden Bäume dermassen eingeschränkt, dass Schritttempo von Vorteil wäre. Na ja, Gottvertrauen und meine Fahrkünste reichen wohl auch, oder?

So langsam halte ich Ausschau, wo ich heute übernachten kann, denn die Sonne nähert sich langsam dem Horizont. Hostels gibt es in dieser Gegend kaum, denn welcher Backpacker ist schon mit dem Auto unterwegs. Also, das erste Hotel ist ausgebucht.

Mein Gedanke; fängt ja gut an. Was macht man da am besten? Genau die Bestellung beim Universum und achtsam sein. In einer Linkskurve sah ich ganz kurz ein Schild, Bethel Guest House, hätte gepasst, aber schon vorbei, also weiter.

Ich muss euch ja nicht verraten wo ich am Schluss wieder gelandet bin. Und so verbringe ich den Abend und meine „Berichtserstattung“ in dem besagten Haus mit dem Schild und einem wundervollen Zimmer.


Impressionen vom heutigen Tag

Auf den Spuren der Titanic

Lange ausschlafen in einem Mehrbettzimmer ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Nacht war zwar nicht so turbulent wie das letzte Mal, aber ich war froh, dass es Zeit zum Aufstehen war. Dieses Mal war es die Türe, die unmöglich leise zu schliessen war. Kurze Dusche, das wichtigste für den Tag zusammengesucht und nichts wie weg, ähh, los wollte ich sagen. Ach ja, frische Wäsche nicht vergessen.

Den Weg nach Cobh bin ich ja schon einmal gefahren, also war es heute einfachen. Das Navi, nur für den Notfall eingeschaltet, oder so. Ich war relativ früh da und hatte das Glück noch ein „kleines Passagierschiff“ vor die Linse zu bekommen. Schon imposant am Quai die ganze Länge abzulaufen.

Da ich eher fluchtartig das Hostel ohne Frühstück verlassen habe, war es jetzt Zeit für ein weiteres Irish Breakfast.  Na was meint ihr, lecker? Und natürlich mit Blick auf den Hafen und das Meer. So konnte ich mir die Zeit vertreiben, denn hier geht es meistens erst ab 09:30 Uhr so richtig los. Na ja, gut zu wissen.

Am Eingang zur Ausstellung Titanic Experience wird man eingeladen, die Prozedur des „Bordings“ als einer der damaligen 123 Personen zu machen – also eine kleine Zeitreise.  Mein Name Ellen Natalie Shane. Es ist sehr beeindrukend alles so hautnah zu erleben, nicht zu vergessen, wir sind ja am Ort des Geschehens, aber über hundert Jahre später.  Also alles wird gezeigt, das Eintreffen am Hafen, der Transport zur Titanic, die vor der Küste ankerte, das Leben an Bord und natürlich auch der Untergang der Titanic. Dazu eine Dokumentation über die Auffindung der Titanic in über 2000 m Tiefe.

Übrigens Ellen Natalie Shane hat die Katastrophe überlebt, da bin ich aber wirklich froh. So konnte „ich“ als Überlebende die Ausstellung wieder verlassen. Wer weiss was sonst passiert wäre. Auf jeden Fall ist es nun Cappuccino-Time.

Nebenbei, ich weiss noch nicht was der Grund ist, dass ich ausgerechnet in Cobh oder Queenstown sollte und wie dieses eigenartige Gefühl einzuordnen ist. Na ja, ich kenne da jemanden, der mir weiterhelfen kann, aber das wird aber andere Geschichte werden…

Mit Navi geht es besser

Heute geht es weiter nach Cork, aber ohne einen kurzen Abstechen nach Cashel. Da ist eine weitere Sehenswürdigkeit, Rock of Cashel. Die Karten, die ich im Moment habe taugen als Orientierungshilfe weniger, da sie kaum brauchbare Strassenbezeichnungen oder Nummern ausweisen.

Jetzt wäre vielleicht ein Smartphone mit Navi gut, oder? Eine Freundin versucht mir schon lange die Vorteile eines iPhone’s schmackhaft zu machen. Na ja, vielleicht später.

Im Moment ich bin ja stolzer Besitzer eines iPad’s. Das geht auch, vorausgesetzt eine Sim ist dabei. Alles da! Also, ich gebe meinen Zielort ein, und um die Fahrt zu geniessen deaktiviere ich in den Optionen die Autobahnen und wähle die kürzeste Verbindung. „Route wird berechnet“ und los geht’s. Nebenbei, wenn ihr Zeit und Musse habt, dann müsst ihr das auch mal ausprobieren. Ich garantiere Euch bestimmt neue Erfahrungen.

Da das iPad bei mir auf  dem Armaturenbrett die Sicht versperren würde und bei jeder Kurve runterfällt, ja ja iPhone wäre besser, liegt es nun auf dem Beifahrersitz mit Sprachausgabe. Die nette Dame in meinem iPad sagt mir dann immer wo und wann ich abbiegen muss. – An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich hier eine Ausnahme mache und das tue was die Frau sagt.

So ist meine Konzentration beim Fahren und Abschätzen der Distanzen zu Randstein und zur Mittellinie. Das ist auch gut so, denn meine Fahrt geht durch kleine Dörfchen, schmale Wege und unübersichtliche Strassenführung. Wisst ihr schon wie Reifen tönen, wenn man sie quält? Ich schon, denn nicht immer klappte es mit meiner Distanzschätzung.

Um die Mittagszeit erreiche ich Cashel und suche mir einen Parkplatz. Aber Achtung, parkieren ist nicht gratis, da gibt es offensichtlich ein System, habe aber noch nicht ganz herausgefunden wie das funktioniert. Aus jeden Fall habe ich etwas entfernt ein Tickeautomat gefunden und für 2 Stunden all meine Münzen reingeworfen. Hoffe es passt so.

Rock of Cashel, eine schon sehr altes Bauwerk wirkt imposant, nicht nur weil es auf einem Hügel steht. Die Geschichten dazu, die unser Guide Susan lebhaft erzählt macht es zu einem besonderen Erlebnis.

Ein Stein mag unscheinbar sein, seine Geschichte lässt aber jegliche Fantasie zum Leben erwecken.

Auf der Weiterfahrt nach Cork habe ich spontan die Autobahn wieder Mal verlassen und landete in einem idyllische Dörfchen, und wie kann es anders sein, auch hier hat es historische „Steinhaufen“.  Ich setzte mich in ein Strassenkaffee und habe etwas Kleines gegessen, beim Kaffee beobachtete ich nebenbei die Menschen, die an mir vorbei gingen.

Meine Erkenntnis nach langer Überlegung,  „the irish poeple are different“. So langsam begreife ich das Land und die Geschichte und bekomme eine Ahnung, warum sie so sind, wie sie sind.

In Cork bin in im Sheila’s Hostel abgestiegen, ein Mehrbettzimmer. Na ja, vielleicht ist es hier besser. Meine Wäsche konnte ich auch gleich erledigen lassen und da noch Zeit vom Tag übrig war, zog es mich automatisch nach Cobh. 

Im Cobh Heritage Center besuchte ich die Ausstellung über die Hungersnot und Auswanderungen der Iren nach Amerika, die Gefangenen – Schiffe nach Australien – der Besuch der Titanic und vieles mehr.

Übrigens: 1922 mit der Unabhängigkeit Irlands wurde der Name Queenstown in Cobh geändert, falls ihr den Film Titanic schon gesehen habt.

Irgend etwas an dieser Stelle in mir wollte am nächsten Tag nochmal nach Cobh, oder eher nach Queenstown?


Rock of Cashel

Alles hat seinen Preis!

Was waren wohl meine Befürchtungen gestern wohl? Ja genau das Mehrbettzimmer. Es lief wie folgt; Endlich Ruhe gefunden und schon fast weg geknickt, da kommt schon der nächste ins Zimmer, fummelt in seinen Rucksack, haut sich auf die Matratze und spielt noch mit seinem Smartphone „bip, klirr, bäng“. Uff!!

Kaum war er mit seinem Nachtritual fertig und ich wollte schon aufatmen, da latschte der nächste ins Zimmer und wieder das gleiche Prozedere. Ich frage mich, was habe die alle mit ihren Smartphone?

Mir fällt da folgende Szene ein, diejenigen von Euch die Werner Beinhart kennen, wissen vielleich auch schon was kommt: „Werner im Krankenhaus„. Nebenbei habe ich erwähnt, dass es ein 6 Bettzimmer ist und ich erst um 23:30 unter die Decke kroch? Na ja, morgen werde ich was verändern, oder ist es schon heute?

Auf das Irish Breakfast habe ich heute freiwillig verzichtet, denn diese Würstchen haben mich bei weitem nicht angesprochen – wenn sie sprechen könnten. Ich begnügte mich mit Müsli, Eier und Früchten, was sich ein guter Start in den Tag verheissen konnte. Ach ja, das Wetter: 17 °C, tiefhängende Wolken und Nieselregen, also mit anderen Worten, feucht und unangenehm.

Ich beschloss heute das Castle von Kilkenny unter die Lupe zu nehmen. Bin ich froh habe ich mein Mokka, dann stehen solchen spontanen Ideen nichts im Weg. Und eine weitere Übung im Linksfahren kann ja nicht schaden. Also ab ins Auto und los, Kilkenny ich komme.

Das gut restaurierte Castle mit seiner Parkanlage kann sich sehen lassen und die Geschichte wird auch es modern erzählt, nämlich mit Multimedia. Da sind die einzelnen Infotafeln, die übrigens auch modern gestaltet sind, gefühlte Steinzeit. Also wenn es um Geschichte geht, dann ist Multimedia mein Ding.

Es ist immer gut den Tourist-Infocenter ein Besuch abzustatten, wer weiss, was am da noch finden kann. Wie der Zufall es wollte fand ich die Unterlagen „Wild Atlantic Way“. Der Impuls von der Dame in Dublin ist wohl angekommen.

Der Nieselregen wurde leider vom Wind nicht weggeblasen und so beschloss ich für den Rest des Tages einfach zu Sein.

Sparsam sein ist ja gut, aber man kann es auch übertreiben!

Übrigens, ich habe mir für die nächsten 2 Nächte ein Einzelzimmer genommen.


So ein Felsennest hat schon was, aber nur mit Bediensteten!

 

 

Norden oder Süden?

Heute ist eines gewiss, ich werde Dublin hinter mir lassen, aber im Moment ist noch nicht klar, in welche Richtung meine Reise führt. Am ersten Tag auf meiner Erkundungstour in Dublin ist mir eine Ausstellung mit dem Namen Epic Ireland aufgefallen, deren Besuch ich mir bis zuletzt aufgehoben habe. Neugierig, dann klickt mal auf den Link.

Es geht um die Geschichte von Irland bis zum heutigen Tag, oder anders ausgedrückt „The Journey of a people“. Es ist eindrücklich die Geschichte eines Landes so nahe und intensive zu erleben und in einer Form, die sicher nicht langweilig wird, in Multimedia mit vielen spielerischen Effekten. Erinnern wir uns mal zurück an unseren Geschichtsunterricht, da konnte man vor Langeweile kaum mehr mithalten.

Beim Eingang der Tour bekommt jeder einen „Pass“, den er auf der Reise durch die Zeit in den verschiedenen Epochen abstempeln konnte. Der letzte Stempel bekam ich dann von einer netten Angestellten und wie plauderten ein wenig. Während unserer Unterhaltung bekam ich dann prompt die Antwort in welche Richtung meine Reise weitergeht. Weiter bekam ich einen interessanten Input, Wild Atlantic Way.

Mein Auto konnte ich um 16:00 Uhr abholen und siehe da, ein Opel Mokka. Den wollte ich schon lange mal ausprobieren. Der Zustand, dass das Lenkrad auf der rechten Seite war, schmälert aber in keiner Weise den bevorstehenden Fahrspass.  Ein grosser Aufkleber „drive Left“  sollte immer daran erinnern welches Strassenseite hier bevorzug zu benutzen war.

Ihr wollt jetzt sicher noch wissen, in welche Richtung ich losfuhr, oder? – Es geht in Richtung Süden nach Waterford, wo ich im Portree Guest House gleich mal für 3 Nachte ein Bett in einem Mehrbettzimmer reserviert habe. Na ja, hoffe es passt so.

Am Abend habe ich nun endlich Zeit meine Beiträge für die Webseite zu schreiben und wie ich vermute warten sicher einige schon auf meine ersten Eindrücke.

Kreuz und Quer

Auf meiner Karte habe ich gestern so viele Kreuze und Kreise gekrizelt, dass ich jetzt gar nicht mehr weiss, wo ich anfangen soll. Na ja, einfach der Nase nach. Auf den Bus konnte ich ja verzichten, da wegen den vielen Baustellen nur Stau auf den Strassen war und ich schneller zu Fuss voran kam, was auch meiner Fitness zu Gute kommt.

Als erstes ging ich aus der Talbot Street, wo sich mein Hotel befand, in Richtung  O’Connell Street und dann nach Süden in die D’Olier Street. Da habe ich ein Bauwerk gefunden mit dem Namen, wie könnte es ander sein, D’Olier Chambers, dass zwar aus Backsteinen besteht, aber statt das gewohnten dunkelbraun leuchtet es gelb. Na eine Idee warum es so aussieht? Der Grund für die Gelbfärbung ist der Anteil des gelben Sandes. Schade das die Baustelle mein Foto etwas verunstaltet, aber im Moment wird im Stadtkern überall gebaut.

Als nächstes zur College Street, wo ich unbewusst ein paar Leuten nachgelaufen bin. Und siehe da, stand ich am Eingang zum Trinity College und ohne gross nachzudenken kaufte ich ein Ticket. Die Führung beginnt in 2 Minuten, wurde erklärt.  Erst als ich da stand und auf den Beginn der Führung wartete, wurde mir klar, dass hier was nicht mit rechten Dingen zugeht. Ich hatte hier doch gar kein Kreuz auf meiner Karte.

Die junge Dame, die uns die Geschichte des College näher brachte, hatte es nicht einfach. Offensichtlich war heute Rasenmäher-Tag. Mit erhöhter Aufmerksamkeit gelange es mir aber doch das ganze in diesem English zu Verstehen. Unsere Führung brachte uns auch zum Glockenturm, der im Zentrum des Eingang-Areals stand. Während den Ausführungen, warum und wozu die Glocken geläutet wurden, geschah was völlig unerwartetes.

Plötzlich lief es mir kalt den Rücken herunter und ich wurde tief in mir mit dem Gefühl berührt; Ich war schon mal hier! Jetzt wurde mir auch klar, warum sich alles so ergeben hat. Es dreht sich um eine bestimmte Erkenntnis und was damit zusammenhängt. Aber das ist eine andere, alte Geschichte …

Weiter entlang der Nassau Street und Clare Street zum Marrion Square. In einer Ecke vom Park hat sich Oscar Wilde auf einem grossen Stein niedergelassen. Mein Erlebnis am Glockenturm liess mich ganz vergessen, dass ich doch noch ein Foto von ihm schiessen könnte.

Die Marrion Street entlang, durch die Marrion Row zum St. Stephren Green. Hier gönnte ich mir eine kleine Pause im grünen Park mit zwei kleinen Seen. So rumlaufen geht halt doch schon in die Beine und der Asphalt ist ja auch nicht die beste Grundlage. Schon gut habe ich mir noch die leichten Trekking Schuhe besorgt.

In der King Street South steuerte ich ins das Einkaufszentrum, nein nicht um meine Fereinsouveniers zu kaufen, sondern weil mir die Architektur aus Stahl gefallen hat. Der Maschinenbau-Ingenieur in mir lässt grüssen. Wieder draussen zug mich eine Musik auch gleich noch zu  einer Vorführung von River Dance in der Einkaufsstrasse. Es ist schon toll und faszinierend zuzuschauen, wie diese „Artisten“ ihr Tanzbein schwingen.

Natürlich konnte ich es nicht sein lassen und der St. Patrick’s Cathedral, schon des Namens wegen, ein Besuch abzustatten. schliesslich gibt es nicht viele, deren Namen in einer solchen Verbingung gebraucht wird, und dann noch mit „St.“ davor. Das Bauwerk ist eindrücklich alt, so wie auch die Geschichten darum.

Die St. Patrick Street hinauf, wie könnte es ander sein, zur Christ Church Cathedral. Irgendwie kann ich nachvolziehen, dass die Menschen eine gewisse Ehrfurcht vor solchen Gebäuden hatten. Imposant sind sie auf jeden Fall. Mit diesem Rundgang hatte ich für heute genug „Steinhaufen“ gesehen und mir bleibt nur noch eins. Ab auf ein Guinnes in das Gebiet Temple Bar.

Nach 7 Stunden kreuz und quer durch Dublin war ich froh, keine weiteren Markierungen auf meiner Karte zu haben.


„Kreuzzug“ durch die Zeiten der Geschichte.